Mission und Vision
Unter dem Namen "DEB 2034" hat der Deutsche Eishockey-Bund am Samstag seine zentrale Zukunftsstrategie für das deutsche Eishockey vorgelegt. Sie ist das Nachfolgeprogramm von "Powerplay2026" und wurde bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni 2026 vorgestellt.
"DEB 2034" gibt dem Verband einen langfristigen Fahrplan für die Entwicklung des Sports - auf und neben dem Eis. Die Strategie ist an den Olympiazyklen ausgerichtet und setzt mehrstufige Etappenziele bis zum Jahr 2034. Das ambitionierte Zielbild: Deutschland als führende Eishockeynation, mit einer Kultur der Exzellenz in der Ausbildung, internationaler Wettbewerbsfähigkeit auf allen Ebenen und einem Sport, der Menschen im ganzen Land begeistert und verbindet.
"DEB 2034" ist als langfristiger Rahmen angelegt, der über einzelne Spielzeiten und Turniere hinausreicht. Der Erfolg hängt vom Zusammenspiel aller Ebenen ab, vom Verband über die Landesverbände und Profiligen bis zu den Vereinen und der ehrenamtlichen Basis. Die Strategie versteht sich daher nicht als abgeschlossener Plan, sondern als Verständigung über die Richtung, in die sich das deutsche Eishockey in den kommenden Jahren gemeinsam entwickeln soll.
Zehn Säulen des neuen Programms
Den Kern der Strategie bilden zehn gleichrangige Handlungsfelder:
1. Nachwuchsförderung: Im Zuge einer systematischen Talententwicklungn will der DEB ein Gütesiegel bis 2028 erhalten und bis 2030 den Aufbau von acht bis zehn Nachwuchsleistungszentren abschließen.
2. Trainerentwicklung:
Bis 2034 sollen ausschließlich in Deutschland ausgebildete bzw. entwickelte Cheftrainer in der DEL, DEL2 und Oberliga tätig sein.
3. Fraueneishockey:
Hier ist neben der generellen Professionalisierung im Leistungssport die Erweiterung der DFEL auf acht bis zehn Teams bis 2034 geplant.
4. Schiedsrichterwesen:
In diesem Bereich soll eine grundlegend überarbeitete Ausbildung erfolgen und ein kurzfristiges, ambitioniertes Ziel von einem Plus von 20 Prozent im Schiedsricher-Nachwuchs bis 2030 erreicht werden. Mindestens zwei deutsche Schiedsrichter*innen sollen bei Olympia 2034 im Einsatz sein.
5. Ligen & Spielbetrieb:
Die Oberliga wird vom Verband als Förderliga gesehen, ein gemeinsames Konzept für den Spielbetrieb soll mit den Clubs bis 2028 erarbeitet werden.
6. Infrastruktur:
Ziel des DEB ist der Erhalt aller Standorte und der Aufbau von 25 neuen Eisflächen bis 2034.
7. Bildungswesen:
Hier strebt der Verband eine institutionelle Verankerung von Eishockey im deutschen Schulsystem und Lehrer-Trainerstellen an.
8. Wissenschaft & Technologie:
Der DEB will eine Innovationskultur vorleben, in Forschungsprojekte und Technologiepartnerschaften investieren.
9. International:
Mit Blick auf das Welteishockey strebt der DEB ein hochwertiges Wettkampfprogramm, inklusive der WM-Ausrichtung in Deutschland und Präsenz in den IIHF-Gremien an.
10. Sport für alle:
Inklusion, Barrierefreiheit und Zusammenarbeit mit Partnersportarten runden das 10-Säulen-Programm des Verbands ab.
Wichtigste Ziele bis 2034, Oberliga-Konzept bis 2028
Die neue DEB-Strategie teilt sich in konkrete Etappen auf. Bis Ende 2026, in der Startphase, stehen die Genehmigung des Integrationskonzepts für die Schiedsrichterausbildung, die erste Kohorte der DEB-Masterclass, eine Zusammenarbeit mit Hochschulen und ein erstes Forschungsprojekt im Mittelpunkt. Bis 2028 werden das Gütesiegel implementiert, das Förderliga-Konzept mit der Oberliga umgesetzt und ein neues Schiedsrichter-Curriculum eingeführt sein. Außerdem beginnt mit der Heim-WM 2027 der DEB-Eishockeytag im Zwei-Jahres-Rhythmus.
Im Rahmen des Zyklus bis 2030 sind der Aufbau der Nachwuchsleistungszentren, Ganzjahreseis in zehn bis zwölf Stadien und der Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Behindertensportverband geplant. Bis 2034 sollen die wichtigsten Ziele erreicht werden: Cheftrainer in den Profiligen, die ausschließlich in Deutschland ausgebildet bzw. entwickelt wurden sowie eine erweiterte DFEL, 25 neue Eisflächen und eine DEB-Akademie, die als anerkannte Bildungsinstitution im deutschen Sport etabliert ist.
DEB sieht Finanzierung in seinem Verantwortungsbereich
Der DEB sieht die Finanzierung aller Säulen und der Akademie in seinem Verantwortungsbereich. Tragen soll sie eine breit aufgestellte Einnahmebasis, die den Verband unabhängiger von einzelnen Quellen macht. Dazu zählen Kooperationsverträge, Erlöse aus Sponsoring und der Vergabe von Namensrechten, Verbandsabgaben und Mitgliedsbeiträge, öffentliche Fördermittel sowie Public-Private-Partnerships.
Drei Grundsätze sind entscheidend für die Umsetzung: das Primat des Sports (der Sport bestimmt die Strategie), eine klare Rollenverteilung aller Beteiligten sowie die Einbindung der Landeseissportverbände bzw. Eishockeyverbände durch regionale Zielvereinbarungen.
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Quelle : Eishockeynews